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Hugenotten- und Waldenserpfad, Etappe Neckarsteinach-Nagold
mittel
Fernwanderweg
177,07 km
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Hugenotten- und Waldenserpfad, Etappe Neckarsteinach-Nagold

mittel
Fernwanderweg
Distanz
177,07 km
Dauer
48:20 h
Aufstieg
3.375 hm
Seehöhe
130 - 630 m
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Karte
Hugenotten- und Waldenserpfad, Etappe Neckarsteinach-Nagold
mittel
Fernwanderweg
177,07 km

  ErlebnisraumKraichgau-Heckengäu

 Im 17.Jahrhundert wurden die Hugenotten und Waldenser, reformierte Gläubige in Frankreich und im Piemont, grausam von Staat und Kirche verfolgt. Seit 1685 flohen ungefähr...

Beschreibung

  ErlebnisraumKraichgau-Heckengäu

 Im 17.Jahrhundert wurden die Hugenotten und Waldenser, reformierte Gläubige in Frankreich und im Piemont, grausam von Staat und Kirche verfolgt. Seit 1685 flohen ungefähr 40.000 Hugenotten und Waldenser vor Gewalt und Intoleranz in die deutschen Länder oder wurden vertrieben.

 Tausende von ihnen zogen, von Frankreich und Italien kommend, von Basel mit dem Schiff über den Rhein, andere von Schaffhausen aus zu Fuß in Richtung Norden. Die meisten gingen zuerst nach Frankfurt am Main, der wichtigsten Drehscheibe der Flüchtlingsströme. Von dort aus erfolgte die Weiterreise in verschiedene deutsche Fürstentümer, in der Mehrzahl nach Brandenburg-Preußen und Hessen-Kassel. Andere fanden in der Kurpfalz, in Baden und in Württemberg eine neue Heimat.

 Diejenigen, die zu Fuß zogen, gingen meist in Gruppen, den so genannten Marschbrigaden, nordwärts. Die wichtigste Route führte über die alte Poststraße von Schaffhausen über Tengen, Tuttlingen, Balingen und Tübingen nach Stuttgart und von hier aus weiter über Heidelberg nach Frankfurt.

 Eine zweite Route ging von Schaffhausen weiter westlich direkt auf den Neckar zu. Die Flüchtlinge zogen bis Horb an dem Fluss entlang, wendeten sich dann Richtung Nagoldtal und erreichten die Kurpfalz über Calw und Pforzheim. Von dort ging es dann weiter in Richtung Frankfurt.

 Der Hugenotten- und Waldenserpfad folgt in Baden-Württemberg zuerst den historischen Spuren der Exulanten. Er führt über die alte Poststraße von Schaffhausen durch das Hegau, schwenkt dann allerdings auf den westlichen Weg der Flüchtlinge am Ostrand des Schwarzwalds nach Calw. Von dort an orientiert sich der Kulturfernwanderweg nicht länger an den beiden Wegen, über denen die Flüchtlinge nach Frankfurt zogen, sondern er führt entlang der vielen Waldenser- und Hugenottensiedlungen, die um 1700 im Heckengäu, im Kraichgau und im Odenwald gegründet wurden.

 Heckengäu und Kraichgau

Die meisten Waldenser- und Hugenottenkolonien im Heckengäu und Kraichgau wurden in den Jahren 1699-1701 gegründet. Die Waldenser stammten aus den piemontesischen Alpentälern, die Hugenotten aus der französischen Dauphiné, viele von ihnen aus dem Queyras. Weil nach dem Dreißigjährigen Krieg in den Exulanten   willkommene Kräfte zur Wiederbesiedlung des verwüsteten Landes und zum wirtschaftlichen Aufschwung gesehen wurden, erhielten sie Steuerbefreiungen und weitere Privilegien. Nicht immer blieben sie an ihrem ersten Ansiedlungsort: In Simmozheim, Heimsheim und Gochsheim gelang die Ansiedlung nur teilweise. In Verbundenheit mit ihrer alten Heimat gaben die Waldenser ihren neuen Siedlungen manchmal den Namen ihrer Herkunftsorte: Perouse, Pinache, Serres, Lucerne, Kleinvillars und Großvillars. Wichtige Waldenserpfarrer wurden im Württembergischen sesshaft, so Henri Arnaud in Dürrmenz/Schönenberg und Jean Giraud in Pinache/Serres.

 Die neuen Kolonisten betrieben Landwirtschaft und versuchten sich dabei auch an Neuerungen, wie zum Beispiel dem Kartoffelanbau (der Überlieferung nach von dem Kaufmann Antoine Seignoret aus Lucerne eingeführt),   Maulbeerbaumpflanzungen zur Zucht von Seidenraupen und Herstellung von Seide (Schönenberg, Großvillars) oder der Sauerkrautherstellung (Perouse). Die in Dürrmenz und Pforzheim angesiedelten Hugenotten hingegen gründeten Gewerbe- und Handwerksmanufakturen, insbesondere Strumpfwirkereien. Ein bedeutendes Unternehmen entstand im 19. Jahrhundert mit der Turmuhrenfabrikation durch die Waldenserfamilie Perrot in Calw.

 Bis heute fällt die planmäßige Anlage der Waldenserdörfer mit ihren geraden Straßen und den gleichmäßig gebauten und angeordneten Häusern ins Auge.

 Kirchen, Pfarrhäuser, Schulen, Rathäuser, Friedhöfen und Denkmäler erzählen von der waldensischen Geschichte der Orte und der waldensischen Herkunft ihrer Bewohner. Besonders zu erwähnen sind aber die Waldensermuseen: das Henri-Arnaud-Haus in Schönenberg, das nicht nur ein Museum, sondern auch eine große Waldenserbibliothek und ein Waldenserarchiv enthält, und die Waldensermuseen in Neuhengstett, Pinache und Großvillars. Einige großen Stadtmuseen präsentieren ebenfalls die Geschichte und Kultur der Waldenser und Hugenotten in der Region: das Kreismuseum in Mühlacker sowie das Schmuckmuseum und das Technische Museum der Pforzheimer Schmuck- und Uhrenindustrie in Pforzheim.

 

Ab der Stadtgemarkung Calw ist der Hugenotten- und Waldenserpfad nicht mehr mit einer eigenen Markierung gekennzeichnet.

Von Calw-Stammheim bis zur Schwarzwaldstadt Nagold führt der Hugenotten- und Waldenserpfad auf dem Gäurandweg weiter.

 

Wegverlauf
Wegverlauf
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Hugenotten- und Waldenserpfad, Etappe Neckarsteinach-Nagold
mittel
Fernwanderweg
177,07 km
Dilsberg
(300 m)
Dorf
0,2 km
Neuhof
(246 m)
Dorf
1,6 km
Kloster
(180 m)
Restaurant
8,3 km
Lobenfeld
(185 m)
Dorf
8,3 km
Spechbach
(196 m)
Dorf
9,6 km
Sankt Martin
(193 m)
Andachtsstätte
9,7 km
Speißberg
(223 m)
Gipfel
11,2 km
Bei der Neumühle
(170 m)
Flur/Gelände
11,9 km
Zum Schiff
(158 m)
Restaurant
14,2 km
Römer-Pils Stube
(158 m)
Restaurant
14,2 km
Zum Goldenen Adler
(175 m)
Restaurant
14,7 km
Katholische Kirche
(174 m)
Andachtsstätte
14,7 km
Neidenstein
(165 m)
Dorf
15,0 km
Katholische Kirche Daisbach
(258 m)
Andachtsstätte
18,6 km
Daisbach
(234 m)
Dorf
18,8 km
Schützenhaus
(248 m)
Restaurant
19,3 km
Gartenstadt
(160 m)
Stadtviertel
24,0 km
Sinsheim
(160 m)
Stadt
24,3 km
Kirche im Forum
(162 m)
Andachtsstätte
24,5 km
Sachswegbrunnen
(224 m)
Quelle
30,2 km
Kapellenberg
(302 m)
Gipfel
37,8 km
Eichelberg
(240 m)
Dorf
38,9 km
Tiefenbach
(176 m)
Dorf
43,5 km
Menzingen
(180 m)
Dorf
48,7 km
Gasthaus zum Laubfrosch
(173 m)
Restaurant
49,0 km
Menzingen
(173 m)
Bahnhof
49,1 km
Waldmühle
(164 m)
Siedlung
50,6 km
Gochsheim
(152 m)
Dorf
54,6 km
Flehingen
(163 m)
Dorf
58,1 km
St. Martin
(178 m)
Andachtsstätte
58,4 km
Flehingen
(176 m)
Bahnhof
58,6 km
Kapelle
(182 m)
Andachtsstätte
59,2 km
Peter und Paul-Kirche
(184 m)
Andachtsstätte
61,2 km
Gasthaus Lamm
(180 m)
Restaurant
61,3 km
Unterderdingen
(197 m)
Stadtviertel
61,3 km
St. Maria
(208 m)
Andachtsstätte
61,9 km
Oberderdingen
(187 m)
Stadt
62,0 km
Aussichtspunkt Horn
(267 m)
Aussichtspunkt
64,3 km
Großvillars
(225 m)
Dorf
66,5 km
Gasthaus Adler
(235 m)
Restaurant
66,5 km
Knittlingen
(199 m)
Stadt
69,6 km
St. Leonhard
(198 m)
Andachtsstätte
69,9 km
Kleinvillars Nord
(257 m)
Stadtviertel
74,8 km
Kleinvillars
(250 m)
Dorf
74,9 km
Besen Altes Rathaus
(243 m)
Restaurant
75,0 km
Kleinvillars Ost
(235 m)
Stadtviertel
75,1 km
Kleinvillars Süd
(240 m)
Stadtviertel
75,3 km
Ölbronn Ost
(296 m)
Flur/Gelände
78,6 km
Sauberg
(330 m)
Gipfel
87,9 km
Schönenberg
(247 m)
Dorf
89,8 km
Henri-Arnaud-Kirche
(239 m)
Andachtsstätte
89,9 km
Erlenbach
(243 m)
Siedlung
90,6 km
Mühlacker
(240 m)
Stadt
92,5 km
Dürrmenz
(234 m)
Dorf
93,3 km
St. Andreaskirche
(228 m)
Andachtsstätte
93,4 km
Pinache
(338 m)
Dorf
97,0 km
Wiernsheim
(362 m)
Dorf
99,0 km
Mauritiuskirche
(368 m)
Andachtsstätte
99,5 km
Hl. Kreuz
(369 m)
Andachtsstätte
99,6 km
Wurmberger Höhe
(469 m)
Gipfel
102,9 km
Petruskirche
(457 m)
Andachtsstätte
103,4 km
kath. Kirche St. Michael
(447 m)
Andachtsstätte
104,0 km
Wurmberg
(450 m)
Dorf
104,2 km
Auf der Wanne
(460 m)
Stadtviertel
117,0 km
Heimsheim
(415 m)
Stadt
117,0 km
Perouse
(464 m)
Dorf
122,1 km
Wendelinskapelle
(384 m)
Andachtsstätte
129,1 km
Merklingen
(393 m)
Dorf
129,5 km
Remigiuskirche
(398 m)
Andachtsstätte
129,6 km
Katharinensteige
(478 m)
Flur/Gelände
130,5 km
Gemeiner Berg
(569 m)
Flur/Gelände
132,8 km
Simmozheim
(482 m)
Dorf
135,1 km
Dreifaltigkeitskirche
(485 m)
Andachtsstätte
135,1 km
Waldenserkirche
(535 m)
Andachtsstätte
139,2 km
Neuhengstett
(534 m)
Dorf
139,3 km
Schafscheuer
(526 m)
Flur/Gelände
143,4 km
Welzberg
(480 m)
Gipfel
144,9 km
Stadtkirche St. Peter und Paul
(360 m)
Andachtsstätte
147,7 km
Calw
(347 m)
Stadt
147,9 km
Schlupfwinkerl
(450 m)
Restaurant
151,9 km
Obere Mühle
(451 m)
Siedlung
151,9 km
Am Kreuzweg
(486 m)
Flur/Gelände
153,0 km
Baiersbach
(497 m)
Quelle
155,6 km
Belzäcker
(549 m)
Flur/Gelände
158,3 km
Berfeldingen
(455 m)
Stadtviertel
160,5 km
Gültlingen
(446 m)
Dorf
160,8 km
Brühl
(442 m)
Stadtviertel
161,0 km
Michaelskirche
(456 m)
Andachtsstätte
161,1 km
Hüterhütte
(586 m)
Flur/Gelände
163,7 km
Grund
(559 m)
Flur/Gelände
164,1 km
Michaelskirche
(468 m)
Andachtsstätte
165,5 km
Sulz am Eck
(470 m)
Dorf
165,5 km
Auf der Eck
(573 m)
Flur/Gelände
166,9 km
Wildberg
(392 m)
Stadt
167,3 km
Kühlenberg
(627 m)
Gipfel
170,5 km
Heilberg
(608 m)
Flur/Gelände
172,7 km
Eisbergkaserne
(582 m)
Stadtviertel
175,1 km
Nagold
(411 m)
Stadt
177,0 km
Toureninfo

Kulturroute des Europarates, Hugenotten- und Waldenserpfad

 

Technik
4 / 6
Kondition
4 / 6
Landschaft
4 / 6
Erlebnis
5 / 6
Ganzjährig begehbar
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Autor
Bereitgestellt von Jürgen Lips
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